Textilmesse zum Auftakt der Innovationstage Zollernalb
Einmal im Jahr veranstaltet die IHK Reutlingen die Innovationstage in der Region Neckar-Alb. Dieses Jahr liegt der Fokus auf dem Zollernalbkreis. Am Donnerstag fanden die ersten Messen im Zuge des Events statt, darunter auch die Hausmesse „Textilregion Neckar-Alb“ auf dem Gelände des Konzerns Groz-Beckert in Albstadt.
Groz-Beckert ist der größte Arbeitgeber im Zollernalbkreis. Das Unternehmen ist breit gefächert mit Firmenbereichen für Schneidewerkzeuge, Kohlefaser für Bauprojekte und Analysedienstleistungen. Doch seit dem Start und vor allem anderen stellt die Firma Werkzeuge für die Textilindustrie her. Eine Industrie, in der neue Ideen immer wichtig sind, besonders bei starker internationaler Konkurrenz. So sieht das auch Jan Jetter, CTO von Groz-Beckert.
"Natürlich steht Innovation im Vordergrund. Ich glaube, das ist speziell für so ein Unternehmen auf der Zollernalb sehr wichtig, dass wir innovativ sind. Heute werden 80 % der Textilien in Asien hergestellt. Wie können wir dem entgegenwirken? Hauptsächlich durch Innovation."
Kein Wunder dann, dass Groz-Beckert bereitwillig das Atrium seines Technologie- und Entwicklungszentrums für die Messe zur Verfügung gestellt hat. Neben eingefleischten Unternehmen aus der Textilwelt finden sich hier auch junge Start-ups, die alle auf ihre eigene Art versuchen, die Industrie umzukrempeln. Viele gehören zur Initiative Junge Textiler Neckar-Alb, die auf der Messe Techtextil im April zum ersten Mal zusammenkam. Andere sind über Verbindungen zur Hochschule Albstadt-Sigmaringen hier.
"Wir sind in einer Kooperation mit der Hochschule Albstadt-Sigmaringen. Und da war die Anfrage bei der Hochschule, ob die junge, frische Unternehmen haben, die die Wurzeln bei der Hochschule haben, ob sie empfehlen können. Und da waren wir einer der ersten, die gefragt worden sind."
Das erklärt Marc Weisser. Er und sein Geschäftspartner Mark Zenzinger, nach dem das junge Unternehmen benannt ist, stellen eine neue Textilie der Marke Eigenbau her. Sie soll langlebiger als Leder sein und besonders bei Accessoires, wie beispielsweise Geldbeuteln, oder Tischgedecken in der Gastronomie Verwendung finden. Andere Aussteller mögen kein neues Material entwickelt haben, doch zeigen stattdessen mit neuen Anwendungen Innovationsgeist. So auch Valentin Wuhrer, Gründer des Schulranzenherstellers Vavoo.
"Die Anwendung, wie man jetzt zum Beispiel unseren Schulranzen auf den Kinderrücken einstellen kann, also unser patentiertes Bauanzug-Verstellsystem, ist da auf jeden Fall die textile Innovation. Oder unsere neue Innovation gerade ist unsere Schnalle, die in das Design des Schulranzens eingefügt ist und nicht auf die Klappe aufgesetzt ist."
Einige Unternehmen nutzen Textilien für den Bau, andere als wiederverwendbares Substrat. Einige sind bereits eine Weile im Geschäft, andere starten jetzt gerade erst durch. Hier kommen sie alle zusammen und erhalten die Chance, Kontakte miteinander aufzubauen.