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Tübingen

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7% mehr für alle - ver.di streikt vor Tarifrunde

Im Rahmen der laufenden Tarifrunde der Länder hat die Gewerkschaft ver.di Beschäftigte der Landesdienste in den Landkreisen Tübingen, Reutlingen und Esslingen zu weiteren Warnstreiks aufgerufen.

Hintergrund sind die ins Stocken geratenen Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder, kurz TdL. Nach einem ganztägigen Streik vor dem Landestheater Tübingen am Samstag fand am Dienstag (10. Februar) erneut ein Demozug mit anschließender Kundgebung statt.

Mit ausdrucksstarken Transparenten und eingängigen Zweizeilern haben die Streikenden auf eine Beschleunigung der Tarifverhandlungen gepocht. Vor dem ver.di-Clubhaus in Tübingen überblickt ver.di Bezirksgeschäftsführer Jonas Weber das Geschehen vor dem anstehenden Demozug - gar nicht so leicht bei so vielen Teilnehmern aus unterschiedlichen Berufsfeldern.

"Wir rechnen so mit 500 Kolleginnen und Kollegen heute aus dem Tarifbereich der Länder – also Landesbeschäftigte beim Lande Baden-Württemberg, und auch noch Beschäftigte der AOK aus den Bezirksdirektionen Neckar-Alb und Neckar-Fils, die ja heute zusammen auf die Straßen gehen für ihre jeweilige Forderung in der Tarifrunde", gibt Weber einen Überblick über die Teilnehmer.

Speerspitze des Demozugs ist die stellvertretende ver.di-Landesleiterin Hanna Binder. Sie ist für den Warnstreik aus der Landeshauptstadt angereist. In den Tarifverhandlungen zeigt sie eine unumstößliche Haltung. "Die Forderungen haben sich unsererseits nicht verändert: 7%, mindestens 300€, das ist die Lohnforderung. Für die Azubis 200€ mehr, und dann haben wir noch jede Menge Erwartungen wie Übernahme, Paralleltabelle für Lehrer, Angleichung Ost-West, Stufengleiche Höhergruppierung und einiges mehr", so Binder.

In den ersten beiden Tarifrunden habe sich zu wenig getan, so die Haltung von ver.di. Vor der letzten Verhandlungsrunde möchten die Gewerkschaften ihren Forderungen ein letztes Mal Nachdruck verleihen. Bisher bliebe der gewünschte Verhandlungserfolg nämlich aus. 

"Sie haben ja nur so vage angedeutet, dass sie sich eine Lohnerhöhung in Höhe der Inflation und einen Schnaps oben drauf vorstellen können. Und ansonsten wollen sie alles in Pakete verpacken, die dann auch nicht mehr aufzuschnüren sind. Das ist keine gute Verhandlungstaktik der Arbeitgeber, weil das wird am Ende die Verhandlungen über wirkliche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen der Tarifbeschäftigten der Länder blockieren", beklagt die stellvertrende ver.di Landesleiterin.

Auf Seiten der Arbeitgeber hingegen steht die Verhandlungstaktik der Gewerkschaften in der Kritik. Streiks ohne Verhandlungen zerstören das Vertrauen, heißt es in einer Stellungnahme der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände

Die Landtagswahlen stehen in vier Wochen an. Für die neue Landesregierung haben Gewerkschaft und Demonstranten einen klaren Appell. Binder fordert: "Die Regierung könnte natürlich auch einen entsprechenden Hinweis ans Finanzministerium geben, das ja für Baden-Württemberg die Verhandlungen führt, dass man eben bereit ist, da Geld zu investieren ins eigene Personal. Und die Regierung könnte auch ein Signal geben dafür, dass das Tarifergebnis auf die Beamtinnen und Beamten 1 zu 1 übertragen wird – so wie es von uns gefordert wird."

Jonas Weber will im Bereich Bildungspolitik eine Änderung sehen. "Es braucht mehr Investitionen im öffentlichen Dienst, in unsere Schulen, in unsere Universitäten, in die Bildungslandschaft. Das ist ein Punkt, der hier auch bei den Beschäftigten tatsächlich eine große Rolle spielt, wo die auch große Erwartungen haben an eine künftige Landesregierung", so der Bezirksgeschäftsführer von ver.di Fils-Neckar-Alb.

Die letzte Verhandlungsrunde ist am 11. und 12. Februar. Bis dahin hoffen die Gewerkschaften auf eine Einigung mit den Arbeitgeberverbänden.


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