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Balingen

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Jeder zweite Deutsche erkrankt an Krebs - Vorsorge und gesunder Lebensstil helfen

Jeder zweite Deutsche erkrankt im Laufe seines Lebens mindestens einmal an Krebs. Allein im Zollernalbkreis gibt es ungefähr 1.000 Krebsdiagnosen im Jahr. Darauf weist das Zollernalbklinikum zum heutigen Weltkrebstag hin. Allerdings: Ein Todesurteil ist eine Krebsdiagnose schon lange nicht mehr. Die meisten Krebsarten sind heilbar - ganz besonders, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Die Ärzte des Zollernalbklinikums plädieren deshalb dafür, die Möglichkeiten der Vorsorge auch zu nutzen.

Im Zollernalbklinikum in Balingen steht ein Mammomat. Damit lässt sich eine Tomosynthese, eine 3D-Mammographie machen. Doch obwohl allen Frauen ab 50 diese Form der Vorsorge angeboten wird, nimmt nur jede zweite Frau dieses Angebot auch wahr.

Prof. Michael Bitzer, Ärztlicher Direktor der Radiologie am Zollernalb-Klinikum: "Es gibt natürlich da eine Verunsicherung bei den Klientinnen. Manche haben Angst vor der Diagnose. Manche denken auch, dass die die Screening Methoden vielleicht sogar schädlich sind. Das ist aber nicht der Fall. Bei Dickdarmkrebs ist das noch wichtiger, weil der Dickdarmkrebs kann nicht nur die frühe Diagnose sichern, sondern den Ausbruch der Erkrankung sogar verhindern."

Wie wichtig es ist, den Krebs möglichst in einem frühen Stadium zu behandeln, weiß auch der Chirurg Prof. André Mihaljevic. "Je früher man den Tumor erkennt, desto besser kann man ihn behandeln. Die Heilungschancen sind exzellent bei fast allen Tumorerkrankungen im frühen Tumorstadium. Und deshalb das Plädoyer wirklich die Vorsorgeuntersuchungen, die es gibt bei Brustkrebs, beim Darmkrebs, beim Hautkrebs, beim Prostatakrebs und bald auch beim Lungenkrebs, dass man die wirklich wahrnimmt", sagt Mihaljevic.

Längst ist eine Krebsdiagnose kein Todesurteil mehr. Die Chancen für eine Heilung oder zumindest für eine Umwandlung in eine chronische, nicht tödliche Erkrankung, stehen gut. Was bleibt, ist die Angst. Mihaljevic: "Mit dieser Angst muss man umgehen. Ich glaube, jeder Mensch oder jeder Patient, der erst mal so eine Diagnose bekommt, ist erst mal schockiert, hat Angst. Das muss man auffangen. Wie gesagt, viele Patienten kann man heilen, kann man gut therapieren. Und wichtig ist, dass diese Behandlung im Team stattfindet."

Dieses Team ist das Tumorboard, eine interdisziplinäre Expertenrunde, in der Spezialisten verschiedener Fachrichtungen gemeinsam die einzelnen Krebspatienten individuell behandeln. Ein solches Tumorboard gibt es auch am Zollernalbklinikum. Und das heißt für Krebspatienten aus dem Zollernalbkreis, dass sie größtenteils wohnortnahe versorgt werden können. 

"Und wenn im Laufe der Therapie im Laufe dieses Verlaufs dieses Patientenpfades der Patient für eine bestimmte Behandlung, für eine bestimmte Studie für, sage ich mal, einen robotischen Eingriff für eine bestimmte Systemtherapie nach Tübingen muss, dann wird er für diese Dauer dieser Therapie nach Tübingen an die Uniklinik gebracht", so Mihaljevic. Danach könnten Nachsorgung und Weiterbehandlung am Zollernalbklinikum stattfinden.

Krebs verhindern lasse sich nicht, so Mihaljevic, denn ein Stück weit sei eine Erkrankung auch Schicksal, aber man könne zum Beispiel durch seinen Lebensstil das Krebsrisiko senken. "Einer der Hauptträger für Krebs weiter in Deutschland ist das Rauchen. Also das ist erwiesenermaßen schädlich und führt dazu, nicht nur bei Lungenkrebs. Auch andere Krebsarten wie der Bauchspeicheldrüsenkrebs treten vermehrt auf. Also Rauchen, vermeiden ein gesundes Körpergewicht, haben eine mediterrane Diät und eine körperliche Bewegung in irgendeiner Art Sport", so Mihaljevic.

Und wer dann noch regelmäßig zur Vorsorge geht und bei Symptomen sofort zum Arzt, hat im Kampf gegen den Krebs die besten Voraussetzungen.


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