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Burladingen

Foto: RTF.1
Fasnetsspiel mit mehr als 100 Jahren Tradition

Bereits vor 1900 fanden die ersten Fasnetsaufführungen in Burladingen statt. In der Nachkriegszeit geriet dieser Brauch allerdings in einen langen Dornröschenschlaf. Seit 2006 lässt die Narrenzunft Nautle Burladingen diese Tradition aber wieder aufleben. Die alleinige Hauptrolle spielen hier dem Usus gemäß Männer mit lustigen Kostümen, imposanten Bärten oder weiblicher Verkleidung.

Der Landtagsabgeordnete Manuel Hailfinger ist heute nicht auf einer Hochzeit zu Gast, sondern beim Fasnetsspiel in Burladingen. Das Event mit der Freiluft-Theateraufführung im Mittelpunkt folgt seit mehr als hundert Jahren einer ganz strikten Tradition. Eine parodistisch überzogene Hochzeitsgesellschaft lädt im Vorfeld zur Aufführung ein.

"Die ziehen seit heute morgen um 9 von Haus zu Haus, klingeln an der Haustür und sagen: 'Wir laden euch ein zur Hauzet. Heute Mittag um 15 Uhr.´ Indirekt laden die natürlich zum Fasnetsspiel ein. Und wie vor 100 Jahren sagen sie dann auch schon 'Aber d' Hauzetsgescheke täte mr glei mitnehme´, also das Hochzeitsgeschenk", erklärt Hubert Pfisterer von der Narrenzunft Nautle Burladingen.

Die Männer zeichnen vor allem ihre Bärte aus. Auch der Gang zum Barbier ist Teil des Burladinger Fasnetsspiels verrät Pfisterer: "Also wir haben heute vor 20 Jahren das Fasnetsspiel wiederbelebt. Fast die gleichen Leute. Und der Konni Maier der macht das seit damals. Der macht auch die Bärte und das ist auch eine Tradition, die übertriebenen, falschen Bärte. Das war schon vor über hundert Jahren so."

Und daran wird strikt angeknüpft. Der Austragungsort für die Aufführung ist auch ein wichtiger Bestandteil des Burladinger Brauchtums. "Tradition ist auch, dass wir auf einem Wagen spielen. Wir würden aber auch, wenn es regnet, nicht in eine Halle gehen. Vor über hundert Jahren haben wir schon auf einem Wagen gespielt und wir spielen auch heute auf einem Wagen", versichert Pfisterer.

Das aufgeführte Stück ist in der Regel ein humoristischer Zweiteiler. Die in breitestem Schwäbisch aufgeführten Komödien bieten ein zweijährlich wechselndes Programm. Auch die diesjährige Aufführung war eine Premiere. 

"Das war die Musikprobe. Also Feuerwehrkapelle neu gegründet und ja, die Kapelle hat halt den Dirigenten schon einigermaßen um die Nerven gebracht", scherzt Pfisterer.

Vier Monate haben die Zünftler das Stück eingeübt. Auch im nächsten Jahr wollen sie die Tradition aufleben lassen.


Nachrichten aus Bundesland und Landeshauptstadt

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