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Hayingen-Münzdorf

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Waldbrandgefahr: Kohlemeiler bleibt bei Köhlerfest kalt

Ein bedeckter Holzhaufen, der von einem sogenannten Köhler in Brand gesetzt wird, um Holzkohle zu erzeugen. Das ist das Jahrhunderte alte Prinzip eines Kohlemeilers. Normalerweise gilt das auch für den Meiler in Hayingen-Münzdorf - allerdings nicht in diesem Sommer. Denn wegen der Waldbrandgefahr kann zur Zeit kein Meiler gezündet werden. Das Köhlerfest ließen sich alle Anwesenden - inklusive dem Bundestagsabgeordneten Michael Donth - am Freitagabend aber trotzdem nicht nehmen.

Alles ein wenig anders als gewohnt. So könnte man die Festlichkeiten beim Hayinger Kohlemeiler umschreiben, wenn man denn auf der Suche nach einem Motto für die Traditionsveranstaltung wäre. Denn in diesem Jahr beheizt kein Köhler den Meiler und keines der aufgeschichteten Hölzer wird entzündet.

"Wir sprechen immer vom anzünden – der brennt ja gar nicht, sondern er schwelt. Er sieht jetzt auch ein bisschen anders aus wie sonst, weil die Löschschicht außen herum fehlt. Aber das ist sonst immer ein sehr spektakuläres Ereignis, weil es ein ur-, ur- uraltes Handwerk ist" erinnert sich Donth.

Wenn die Holzkohle auf diese traditionelle Weise hergestellt wird, umschließt die Löschschicht das gestapelte Holz und der beim Prozess entstehende Qualm zieht nach oben ab. Den Meiler in Hayingen besucht Donth schon seit Jahren regelmäßig.

"Da darf man dann mal ein bisschen mit Wasser ... oder der Schaufel ein bisschen andrücken oder ein anderes Loch aufmachen. Da habe ich auch schon mal zugeguckt oder schon mal eine Schaufel in der Hand gehabt" erzählt Donth.

Im Rahmen seiner Sommertour macht Donth hier zum ersten Mal Halt. Seinem Motto „Arbeiten, wenn andere Urlaub machen" konnte er am Freitag aber nicht nachgehen. Zu groß wäre die Waldbrandgefahr gewesen.

"Jetzt dieses Jahr sieht er etwas unspektakulär aus – witterungsbedingt durch die hohe Trockenheit eben kein Feuer im Wald. Aber das ist jetzt eine der Stationen wo ich nicht ganz so viel arbeite – nämlich gar nichts, außer dass ich das leckere Göckele essen musste" freute sich der Abgeordnete.

Das Göckele, das halbe Hähnchen – Es gehört fast schon genauso zum Köhlerfest wie der Meiler selbst. Und auf Speis und Trank mussten alle, die am Freitag den Weg nach Hayingen gefunden hatten, natürlich trotz der Umstände nicht verzichten.

Wer jetzt Hunger bekommen hat und selbst einmal beim Köhlerfest vorbeischauen möchte, hat noch jeden Tag bis zum 22. August die Gelegenheit. Hähnchen müssen telefonisch unter 01520/ 91 69 vorbestellt werden. Weitere Infos gibt's unter www.hayingen.de/veranstaltungen. Einziger Wermutstropfen: Der Kohlemeiler wird auch an allen weiteren Köhlerfesttagen in diesem Jahr kalt bleiben.


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