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IHKs wollen flächendeckend Glasfaser in Baden-Württemberg

Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag fordert in einem Grundsatzpapier den flächendeckenden Ausbau des Breitbandnetzes mit Glaserfaser. Die Wirtschaft fordert, Leitungen schneller und auch auf ungewöhnliche Weise zu verlegen - zum Beispiel in bestehenden Gas- oder Wasserrohren. "Das Ausbauziel muss Glasfaser bis an alle Gebäude sein", sagt Christian O. Erbe, Präsident der IHK Reutlingen und Vizepräsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK).

Die IHKs im Land gehen davon aus, dass der Bedarf der heimischen Unternehmen an Bandbreite in den kommenden Jahren noch einmal massiv zunehmen wird. „Nur die Glasfaser, welche bis ans Gebäude verlegt ist, bietet eine zukunftssichere und verlässliche Basis für kommende oder im Aufbau befindliche technische Entwicklungen", so Erbe.

Im Frühjahr 2018 hatte der Europäische Rechnungshof gewarnt, dass Deutschland seine selbst gesetzten Ausbauziele verfehlen wird. Eine Studie im Auftrag des Landes hatte Anfang des Jahres den aktuellen Stand der Breitbandversorgung sowie den zukünftigen Bedarf ermittelt und ebenfalls Handlungsbedarf festgestellt. Im Gespräch mit der Landesregierung will sich die Wirtschaft für eine Beschleunigung des Ausbaus einsetzen. Dazu gehört aus Sicht des BWIHK, dass der derzeit noch mehrstufig verlaufende Förderprozesses verkürzt wird. „Bisher ist es so, dass oftmals zunächst der Bau von Leerrohren gefördert wird, dann der des Glaserfaser-Backbones, danach die Teilnehmeranschlüsse und schließlich die Betreibersuche ansteht. „Dieses Verfahren dauert zu lange, wir müssen schneller werden. Sonst droht Gefahr, dass unsere Wirtschaft im Land den technologischen Anschluss verliert", mahnt Erbe.

Darüber hinaus fordert der BWIHK, dass alternative Verlegtechniken geprüft werden. Dazu gehört das Microtrenching – ein Verlegverfahren, welches ohne aufwändige Tiefbauarbeiten auskommt und auch die Verlegung in anderen Leitungen wie Gas, Trinkwasser oder Brauchwasser oder die Verlegung auf Hochmasten möglich macht. „Das Land hat die Herausforderungen erkannt", lobt Christian O. Erbe die Arbeit in der kürzlich gegründeten Gigabit-Allianz des Landes, die sich in ersten Workshops unter anderem mit den Themen 5G und Kooperation unter Netzbetreibern beschäftigt hat.
„Die Ausbaupläne der Netzbetreiber, welche dem Land präsentiert wurden, begrüßen wir ausdrücklich", so der BWIHK-Vizepräsident. „Sie müssen nun umgehend in die Tat umgesetzt werden." Wichtig ist aus Sicht von Erbe ein abgestimmtes Vorgehen aller Beteiligten, insbesondere der Netzbetreiber aus der Privatwirtschaft und der der öffentlichen Hand. „In dieser Frage brauchen wir Kooperation und keine Konfrontation. Wir hoffen, dass die Gigabit-Allianz praktikable Lösungen finden wird."


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