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Tübinge/Baden-Württemberg

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Zweitägiger Warnstreik an den Unikliniken

Schon zum zweiten Mal sind die Beschäftigten der Unikliniken in Baden-Württemberg während der aktuellen Tarifverhandlungen in den Streik getreten. Die Gewerkschaft Ver.di begründet den erneuten, zweitägigen Ausstand mit der - Zitat - unverhältnismäßigen Reaktion der Unikliniken auf den ersten Streik. Zu spüren war der Streik am Montag unter anderem am Universitätsklinikum Tübingen - kurz UKT.

Heute ist kein Arbeitstag, heute ist Streiktag. Ein Satz, der am Montag Vormittag an der Tübinger Uniklinik häufiger zu hören war.

Sowohl bei einer Podiumsdiskussion mit der Bundestagsabgeordneten Anne Zerr und der Landtagsabgeordneten Dorothea Kliche-Behnke im „Konferenzzentrum Casino", bei der es um die viel diskutierte GKV-Reform des Bundestages ging, als auch bei der anschließenden Kundgebung vor dem Gebäude.

In der ersten Verhandlungsrunde waren Gewerkschaft und Kliniken zu keiner Einigung gekommen, ein Angebot von der Arbeitgeberseite sei bisher ausgeblieben.

"Weit im Voraus war den Arbeitgebern bekannt, was unsere Forderungen sind. 7,5 Prozent mehr Entgelt, bzw. 320 Euro für examinierte Beschäftigte und für Auszubildende 250 Euro und die Erwartung, dass sie Mobilizätszuschlag zu ihrem Entgelt bekommen" so Personalratsmitglied Florian Kriegel.

Dieser soll in Höhe des Deutschlandtickets ausfallen. Ein Benefit, von dem auch Lara Geier profitieren würde. Sie ist Auszubildende am UKT und erhofft sich vom jetzigen Streik vor allem eines:

"Vor allem, dass wir vor dem Mittwoch noch einmal einen guten Schwung an Druck dahinter bekommen können, damit wir bei der nächsten Verhandlung noch einmal gut aussagen können, dass wir gut Leute hinter uns haben, die auch wirklich hinter den Forderungen stehen und auch ein bisschen Druck auf die Politik wegen der GKV-Reform" so Geier.

Würden alle Forderungen umgesetzt, lägen die Gesamtkosten für die Klinik laut UKT bei 40 Millionen Euro. Laut der Ärztlichen Direktorin eine kaum leistbare Summe.

"Bei einem ohnehin bestehenden Defizit für 2026 – ungefähr zehn Millionen – sind wir mit einem weiteren Defizit von 20 Millionen durch die Maßnahmen des Beitragsstabilisierungsgesetzes konfrontiert. Das heißt, diese sehr hohen und im Verlauf der Auseinandersetzung auch unveränderten Forderungen von Ver.di von 7,5 Prozent sind für uns schier unerfüllbar" erläutert die Ärztliche Direktorin Prof. Ulrike Ernemann.

Das Klinikum hofft in der zweiten Verhandlungsrunde ab Mittwoch deshalb auf ein Gespräch und und ein gegenseitiges Entgegenkommen – idealerweise mit einem Ergebnis, mit dem beide Seiten leben können. Während des Streiks sei zumindest die Notfallversorgung gewährleistet, für Patienten könne es aber zu längeren Wartezeiten kommen.

Florian Kriegel erwartet am Mittwoch zwar ein Angebot, allerdings kein zufriedenstellendes. Die Fronten scheinen verhärtet, auch wegen der Kündigung des Tarifvertrag-Rationalisierungsschutz von Seiten der Klinik nach der ersten Verhandlungsrunde. Weitere Verhandlungsrunden und Streiks sind also nicht ausgeschlossen.


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