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Tübingen

Foto: RTF.1
Joseph Beuys: Bewohnte Mythen in der Kunsthalle

Unter dem Motto „Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ ließ er in Kassel einmal 7.000 Eichen pflanzen. Und Kunstliebhabern ist der Name Joseph Beuys möglicherweise auch darüber hinaus ein Begriff. In der Tübinger Kunsthalle ist der Aktionskünstler in jedem Fall bekannt, dort fühlt man schon seit Jahrzehnten eng mit dem Leben und Werk von Beuys verbunden. Jetzt öffnet dort eine neue Ausstellung ihre Tore. Joseph Beuys: Bewohnte Mythen.

Es ist Joseph Beuys selbst, der sprichwörtlich ein Auge auf „seine" Ausstellung in der Kunsthalle hat. Der Film, der Beuys dabei zeigt, wie er schweigend vor einer Kamera sitzt und dem anonymen Zuschauer standhält, ist aber nur ein Teil der neuen Ausstellung und fällt schon beim Betreten der Kunsthalle direkt auf.

Daneben stehen vor allem die Zeichnungen des Düsseldorfers im Vordergrund. Doch dessen Werk reicht weit darüber hinaus, weiß Kunsthallen-Direktorin Dr. Nicole Fritz, die die Ausstellung kuratiert.

"Beuys ist sehr vielschichtig. Was wir in der Kunsthalle Tübingen zeigen ist vor allem der Fokus auf das zeichnerische Werk, also wie Beuys Wahrnehmung und Emotionen in eine Zeichnung gefasst hat. Das ist sehr besonders und einzigartig" sagt Fritz.

In einem chronologischen Parcours führt die Ausstellung durch Beuys' Werk – vom Frühwerk bis zu seinen späten Aktionen und politischen Auftritten. Die Kuratorin sieht in dessen künstlerischem Wirken aber auch einen aktuellen Bezug.

"Ich mache die Ausstellung vor allem auch, weil es – finde ich – aktuelle Aspekte im Werk von Joseph Beuys gibt. Zum Beispiel die Hinwendung zum Tier, die Hinwendung zur Natur und auch den erweiterten Kunstbegriff, für den er steht. Er zielte auf eine Gesellschaft von Individuen und einen Gemeinsinn, der auf Empathie zielt und fußt. Das ist heute wieder sehr aktuell und man kann es an seinen Zeichnungen wunderbar einüben, weil sie sehr zart sind und fein" kommentiert Fritz.

Bereits in den 1960er Jahren hatte Beuys zum Beispiel eine neue Einfühlung in die Tier- und Pflanzenwelt gefordert. Dass Beuys die Tiere in seiner Kunst in eine individuelle Mythologie einbaute, führe heute häufiger zu Diskussionen. Trotzdem, oder gerade deshalb, habe man diesen Abschnitt aber ebenfalls berücksichtigen wollen.

"Heute möchte man eher, dass die Tiere als Wesen an sich wahrgenommen werden und nicht in eine individuelle Mythologie eingebaut werden. Das ist zum Beispiel ein Kritikpunkt, den vor allem die junge Generation heute hat. Daran zeigt sich aber auch, dass wir uns als Gesellschaft weiterentwickelt haben und darüber können wir ins Gespräch kommen" so die Kuratorin.

Eröffnet wird die Ausstellung „Bewohnte Mythen" mit der Vernissage am Freitag Abend um 19 Uhr. Für die Öffentlichkeit sichtbar ist sie dann vom 8. November bis zum 8. März 2026. Tickets, weitere Infos und die genauen Öffnungszeiten gibt es online unter www.kunsthalle-tuebingen.de.


Nachrichten aus Bundesland und Landeshauptstadt

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Stromausfall: Polizei-Hundertschaft sichert Gewerbegebiet Nach dem Stromausfall in Reutlingen sind viele Betriebe im Industriegebiet Mark West noch nicht am Netz. Ihre Versorgung wird laut Stadt nicht vor Mittwochabend?wiederhergestellt sein. Die Polizei ist mit zusätzlichen Kräften im Einsatz.
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"Ein Grad von Menschenverachtung, der betroffen macht": Staatsschutz ermittelt nach Stromausfall Nach dem großen Stromausfall in Reutlingen, Wannweil und Kirchentellinsfurt hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Das gab Manuel Hagel am Montagabend bei seinem Besuch des Umspannwerks Mark West bekannt. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass der Brand bewusst und gezielt gelegt wurde. Während die Ermittlungen auf Hochtouren laufen, hat die FairNetz GmbH für nahezu alle Privathaushalte im betroffenen Gebiet provisorisch die Stromversorgung wiederhergestellt. Bis alle Gewerbebetriebe mit Strom versorgt seien, werde es aber noch bis frühestens Mittwochabend dauern.

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