IWM feiert Jubiläum und eröffnet „MuseumLab“
Seit 2001 untersucht das Tübinger Institut für Wissensmedien - kurz: IWM, wie Menschen mit digitalen Medien Wissen erwerben, verarbeiten und austauschen. 25 Jahre sind seit der Gründung vergangen, deshalb wurde am Donnerstag in Tübingen gefeiert. Beschenkt hat sich das IWM in gewisser Weise selbst - mit der Eröffnung des sogenannten „MuseumLab“.
Auf den ersten Blick wirkt das neu eröffnete „MuseumLab" wie ein einfaches Museum, das die 25-jährige Geschichte des Institut für Wissensmedien aufgreift.
Texte an der Wand beleuchten die Meilensteine der Institutsgeschichte. Dazu laden interaktive Stationen die Gäste zur Eigenrecherche ein. Doch der Name lässt es bereits vermuten. Das Museum ist gleichzeitig auch ein Labor.
"Das MuseumLab ist ein Reallabor. Das heißt, wir wollen dort echte Umgebungen – wie es ein echtes Museum hat – nachstellen, um dann dort kontrollierte Untersuchungen zu machen. Das heißt, wir können z.B. über Eyetracker sehen: Wohin läuft eine Person? Was schaut sie genau an? Wann schaut sie ein Objekt an?Wann schaut sie eine Beschreibung an? Wann geht sie woanders hin? Das heißt, wir haben die Möglichkeit, sehr kontrolliert zu untersuchen, auch experimentell zu variieren" erläutert IWM-Direktorin Prof. Ulrike Cress.
Danach fragt das IWM die Interessen der Menschen zum Teil aber auch ab. Möglichkeiten, die man in einem „echten" Labor oder in einem „echten" Museum nicht habe.
"Wir machen empirische Untersuchungen. Das heißt, wir messen Dinge und wir bringen sie in Verbindung mit Aufmerksamkeitsmaßen und mit Wissensmaßen. Wir publizieren natürlich in wissenschaftlichen Journals, aber wir geben die Ergebnisse auch an Museen weiter" so Cress.
Ein Projekt, das nahtlos an die Untersuchungen am IWM aus den letzten 25 Jahren anschließt. In diesen hatte das IWM mit vielen Einflüssen zu tun – bis hin zum rasanten Wachstum der sozialen Medien in den letzten Jahren.
Diese Arbeit wurde am Donnerstag im Rahmen eines Festakts gewürdigt. Als einer der ersten hatte der seit Juli 2026 amtierende Leibniz-Präsident Prof. Christoph M. Schmidt gratuliert.
"Das Leibniz-Institut für Wissensmedien, das IWM hier in Tübingen leistet seit 25 Jahren eine hervorragende Arbeit. Wir haben eine Zeit voller Umbrüche, gesellschaftlich, technologisch, die Informationsvielfalt von Quellen. [...] Und in dieser Situation sorgt das IWM für empirische Evidenz. Wie konstruieren die Menschen gemeinsam Wissen und welche Kompetenzen brauchen wir, um dieses Wissen zu verarbeiten und zu sehen, was in dieser ganzen Informationsfülle wahr ist und was nicht" so Schmidt.
Uni-Rektorin Prof. Karla Pollmann lobte indes die jahrelange Zusammenarbeit des IWM mit der Universität Tübingen.
"Also das IWM ist eine großartige Einrichtung. Sie verbindet hochwertige Spitzenforschung mit aktuellen, gesellschaftlichen Fragen. Wir sind sehr stolz und sehr glücklich über diese Zusammenarbeit" so Pollmann.
Begehrt waren am Donnerstag auch Fotos im „MuseumLab" mit den weiteren Ehrengästen, wie zum Beispiel Oberbürgermeister Boris Palmer. Für die Öffentlichkeit öffnet das MuseumLab seine Türen am 6. November von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.