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Albstadt/Reutlingen

Foto: RTF.1/MAX
Nach Explosion eines Wohnhauses: Wie sicher sind Gasheizungen?

Eine Woche ist es jetzt her, seitdem in Albstadt ein Haus explodiert und dann eingestürzt ist. Alle drei Bewohner kamen dabei ums Leben. Derzeit ermittelt die Kriminalpolizei immer noch zur Ursache des Unglücks. Als wahrscheinlich gilt eine Gasexplosion, denn im Haus wie auch in der ganzen Straße wurde mit Gas geheizt. Das wirft Fragen auf wie zum Beispiel: Wie sicher ist eine Gasheizung überhaupt? Und was können Besitzer einer Gasheizung tun, um derartige Unglücksfälle zu verhindern? Wir haben uns bei einem Experten erkundigt.

Albstadt vor einer Woche: Zahlreiche Einsatzkräfte. Polizei, Rettungswagen, Feuerwehr, THW. Sie alle waren gekommen, weil ein Haus infolge einer Explosion eingestürzt war und drei Menschen unter sich begraben hatte. Aber wie hoch ist die Gefahr für Hausbesitzer wirklich? 

Sehr gering, sagt Andreas Stenzel. Als Geschäftsführer der Stenzel GmbH in Reutlingen ist er ein Experte für Erdgasheizungen. "Wir haben circa acht bis neun Millionen Gasheizungen in Deutschland, und es gibt jedes Jahr Unfälle, die kann man an einer Hand abzählen. Das heißt, die sind sehr, sehr gering und zumeist laut Statistik selbst verursacht durch Basteleien oder durch Manipulationen an den Anlagen", so Stenzel. Ob eine solche Manipulation in Albstadt vorlag oder nicht, muss natürlich die Kriminalpolizei ermitteln. 

Wenn aber doch mal Erdgas austritt, ist das am Geruch erkennbar, denn das Gas ist odoriert, also mit einem Duftstoff versehen. Andreas Stenzel: "Es gibt auch Odorierungskarten, die man sich bestellen kann bei den Versorgern, wenn man nicht weiß, wie Gas riecht, und wenn man dieses riecht, spätestens dann muss man handeln und sollte das Gebäude verlassen, die Fenster öffnen und auf keinen Fall irgendwelche Lichtquellen/Zündquellen anmachen und den Notruf absetzen."

Damit es aber gar nicht erst so weit kommt, gibt es für Gasheizungsbesitzer Möglichkeiten, wie sie einem Gasleck vorbeugen können: "Also, wir empfehlen ganz klar: Die Heizungen sollten jedes Jahr gewartet werden, und dann gibt es eine Vorschrift, die besagt, dass die Gasleitungen alle 12 Jahre zu prüfen sind auf Korrosion, das nennt sich eine Gebrauchsfähigkeitsprüfung, da wird Druck auf die Gasleitung gegeben, und so kann festgestellt werden, ob diese noch intakt ist", so Stenzel.

Es gibt allerdings eine Gefahr, die noch viel größer ist als die, die von Erdgasheizungen ausgeht: Propangasflaschen, insbesondere dann, wenn sie im Haus gelagert werden. Andreas Stenzel: "Es gibt eine klare Vorschrift, die sagt, man darf nicht mehr oder sollte nicht mehr als eine Propangasflasche zu Hause lagern, zudem ist Propan noch mal ein Spezialfall, anders wie beim Erdgas, Propan sinkt zu Boden, ist schwerer als Luft, und wenn ich beispielsweise eine Propangasflasche im Keller gelagert habe, kriege ich dieses Gas so gut wie nicht mehr raus ohne Expertenhilfe."

Und: Propangas ist viel leichter entzündlich und damit gefährlicher als Erdgas. Deshalb sollte Propangas immer im Freien gelagert werden.


Nachrichten aus Bundesland und Landeshauptstadt

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Marktplatzaktion gibt Wohnungslosen eine Stimme "Wohnen ist ein Menschenrecht" - so der Name der Aktion am Donnerstag auf dem Reutlinger Marktplatz. In Partnerschaft mit der AWO Reutlingen haben sich das Bündnis für Menschenrechte und das Netzwerk "Hilfe zur Selbsthilfe" für Wohnungssuchende und Obdachlose eingesetzt.
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Sicher feiern! - Polizei gibt Tipps für eine unbeschwerte Fasnet Die närrische Zeit hat begonnen, und die ersten Umzüge sind schon über die Bühne gegangen. Die Polizei hat am Donnerstag einige Hinweise für unbeschwertes Feiern während der Fasnetszeit veröffentlicht.
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Ambulante Behandlung schwerer psychischer Erkrankungen ist möglich Etwa jedes fünfte Kind und jeder fünfte Jugendliche ist psychisch krank. Vor allem Ängste, Depressionen, aber auch Magersucht sind häufig, und die Zahlen sind seit der Corona-Pandemie weiter gestiegen. Doch in der stationären Psychiatrie sind die Plätze begrenzt. Deshalb gibt es seit mehr als acht Jahren in Tübingen ein Modellprojekt, das eine ambulante Behandlung für schwer psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche ermöglicht. TIBAS heißt das Modellprojekt, und das steht für Therapeutische Intensivbehandlung im ambulanten Setting. Jetzt geht das Projekt in die zweite Runde, und die Projektbeteiligten haben Bilanz gezogen.

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