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Schwäbische Alb

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Wie Bäume gefällt werden und wie der Wald auf den Klimawandel vorbereitet wird

In Zeiten, in denen Themen wie der Klimawandel immer relevanter werden, werden lokale Ressourcen vor allem aus Transportgründen immer wichtiger. So arbeitet zum Beispiel die ForstBW daran, den Verbrauch von Holz so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Doch wie kann man die regionalen Holzvorkommen am besten nutzen? Wann und wie müssen Bäume gefällt werden und wie bewirtschaftet man einen Wald nachhaltig? Diese und weitere Fragen hat die ForstBW beantwortet.

Wir sind im Buchwald, einem Waldstück in der Nähe von Pfronstetten-Geisingen auf der Schwäbischen Alb. Die meisten Wälder in der Region Neckar-Alb sind Wirtschaftswälder. Das heißt, sie dienen der Holzproduktion. Doch auch der Naturschutz und die Erholung für Menschen sind wichtige Aufgaben des Waldes.

Jetzt im Winterhalbjahr ist hier die Zeit der Holzernte. Die finde für das Laubholz zwischen November und März statt, sagte Paul Mann von Forst BW. „Nadelholz wird aber zum Teil auch zu anderen Jahreszeiten geerntet, und dann im Frühjahr und Herbst gibt es Phasen, wo wir pflanzen", so Paul Mann.

Denn zur nachhaltigen Waldwirtschaft gehört auch die Verjüngung der Bestände. Überhaupt wurde der Begriff Nachhaltigkeit ja auch in der Forstwirtschaft erfunden: Man darf nur maximal so viel Holz schlagen, wie in der gleichen Zeit auch nachwächst.

Auch wenn es „Holz schlagen" heißt, wird dafür natürlich längst die Motorsäge benutzt. Und es wird auch nicht einfach drauf los gesägt. Allein wegen der Sicherheit, dass der Baum am Ende auch in die Richtung fällt, in der er soll, gibt es feste Regeln: Als erstes wird der Fallkerb geschnitten, eine dreieckförmige Kerbe im Baum auf der Seite, an die er am Ende fallen soll.

Der obere Rand dieses Fallkerbs wird als Fallkerbdach bezeichnet, der untere Rand als Fallkerbsohle. Dort wo sich Fallkerbrand und Fallkerbsohle berühren, ist die Fallkerbsehne.

Als nächstes sägt der Waldarbeiter nebenan die Bruchleiste. Bei ihr ist wichtig, dass sie gleichmäßig ausgeformt ist.

Der Baum wird nicht umgesägt sondern umgekeilt. Dazu dient ein Funkkeil. Die Waldarbeiter stecken ihn an der dem Fallkerb gegenüberliegenden Seite in den Stamm. Ferngesteuert treibt sich der Keil immer weiter in den Baum hinein. Jetzt wird es ernst. Ein Waldarbeiter ruft laut: „Achtung!" Dann erledigt der Funkkeil seine Arbeit. Geradezu wie in Zeitlupe fällt der Baum in Richtung des Fallkerbs.

Dass das gerade für Spaziergänger nicht ungefährlich ist, ist deutlich zu spüren. Aus diesem Grund werden auch alle Waldwege weitläufig abgesperrt. „Bei einer Baustelle in der Stadt ist es einfacher", sagt Reiner Knecht vom Forstrevier Buchwald. „Da ist in der Regel ein Bauzaun außen herum." Bei einer Hiebfläche von zehn Hektar könne man aber nicht mit der Flatterleine außen herum laufen, so Knecht. „Das heißt, die öffentlichen oder die halböffentlichen Wege, die jeder Waldbesucher begehen darf, die müssen über so eine Warntafel oder ein Sperrbanner abgesperrt werden."

Mit dem Klimawandel ändert sich auch die Waldwirtschaft. Denn starke Stürme werden häufiger, und auch die Trockenheit wird zum Problem. Die Forstwirte müssen also für stabilere Wälder sorgen. „Wir müssen deswegen schauen, dass wir das Risiko besser streuen, dass wir nicht auf einzelne Baumarten nur setzen sondern auf Mischwälder, auf strukturreiche Wälder und dabei Baumarten bevorzugen, die eben klimaresilienter sind", so Paul Mann.

Heißt also: Bäume wie Eiche, Spitzahorn, Linde oder Eberesche, die die neuen Klimabedingungen besser verkraften.


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