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Nordirak / Shingar: Die Wut des Melek Taus - Erfolgreiche Shingar-Offensive: Kurden unterbrechen Hauptstraße zwischen Islamisten-Hochburgen Rakka und Mossul

Im Rahmen ihrer Offensive gegen die islamistische Terror-Organisation "Islamischer Staat" haben mindestens zwanzigtausend kurdischen Peshmerga-Streitkräfte die Straßenverbindung zwischen den beiden Terroristen-Hochburgen Mossul und Rakka erreicht und unterbrochen. Damit ist zugleich ein wichtiges strategisches Ziel für die bevorstehende Rückeroberung der irakischen Millionenstadt Mossul erreicht. Einer Meldung von KurdPress zufolge sind die Peshmerga-Streitkräfte mittlerweile auch in Shingal-Stadt einmarschiert. Mehr als 50% der Stadt sei bereits von den islamistischen Terroristen befreit. Die Terror-Einheiten zögen sich in Richtung Süden zurück.

"Islamischer Staat kollabiert an allen Fronten"

" Der Islamische Staat kollabiert an allen Fronten", hatten die kurdischen Peshmerga-Streitkräfte bereits heute gegen 13 Uhr gemeldet.  In der Nacht hatten Pesherga und verbündete Streitkräfte eine Großoffensive auf das Shingar-Gebiet (andere Schreibweise: Shingal oder Sindschar) begonnen. An der Offensive nehmen mehrere zehntausend Peshmerga teil. Andere Quellen sprechen von "7.500" bzw. "mindestens 20.000" Soldaten.

Die Wut des Melek Taus - 14 jesidische Freiwilligeneinheiten beteiligt

Die Großoffensive wird vom Präsidenten der kurdischen Autonomieregion, Masoud Barsani, persönlich geleitet. Einer Meldung von BasNews zufolge trägt die Offensive den Namen "Turayi Melek Taus", übersetzt  "Die Wut des Melek Taus". Melek Taus, der Pfauen-Engel", ist eine der zentralen Figuren des Jesidentums.

Der Meldung von KurdPress zufolge befinden sich unter den Peshmerga-Streitkräften auch 14 Freiwilligen- Einheiten kurdischer Jesiden. Die jesidischen Freiwilligen waren in den vergangenen Monaten von den Peshmerga-Streitkräften ausgebildet worden. Shingar war im vergangenen Jahr vom sogenannten "Islamischen Staat" erobert worden. Die islamistischen Terroristen hatten der jesidischen Bevölkerung übel mitgespielt und jesidische Mädchen und Frauen in großem Ausmaß als Sex-Sklaven verkauft und missbraucht.

Hauptstraße  zwischen Terror-Hochburgen Mosul und Rakka zertrennt

Der jesidische Peshmerga-Kommandeur Qassim Darbo gab bekannt, dass die Peshmerga den Highwa 47, die Hauptstraße zwischen den islamistischen Terror-Hochburgen Rakka und Mosul, erreicht und die Verbindung zwischen beiden Städten abgeschnitten hätten. Dem Sicherheitsrat der Kurdenregion zufolge kontrollieren die kurdischen Streitkräfte einen Streifen zwischen der ebenfalls befreiten Dorf Gabara und Syrien. Die Unterbrechung der Straßenverbindung zwischen Rakka und Mosul gilt als eine der strageischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Offensive auf die seit 2014 von der islamistischen Terror-Organisation besetzte, irakische Millionenstadt Mosul.

"A surprise will blown up soon!"

Die irakisch-kurdischen Peshmerga-Streitkräfte hatten bereits am Vortag, dem 11. November 2015, gegen 15 Uhr  auf ihrem facebook-account die Meldung abgesetzt: "A Surprise Will blow up soon...". - Übersetzt etwa: "In Kürze wird es einen Überraschungs-Knaller geben". Unterzeichnet war die Meldung von "Peshmerga Einheit 47"; dem Vernehmen nach ein allgemeines Synonym für die Peshmerga-Streitkräfte im Ganzen. Als Reaktion auf die Meldung war bereits gestern mehrheitlich gemutmaßt worden, dass die Shingar-Offensive nun unmittelbar bevorsteht.

Jubelnde Menschen begrüßen die Befreier

Bilder und Videos der Peshmerga-Streitkräfte aus dem Kampfgebiet zeigen zerstörte Stellungen und dutzende Gefallenen der islamistischen Terror-Organisation. Ein weiteres Video zeigt bei der Ankunft der Peshmerga jubelnde Menschen auf den Straßen. Die Peshmerga erziele in Shingar Fortschritte, heißt es kurz und knapp über den aktuellen Verlauf der Offensive. Und: "Der Islamische Staat kollabiert an allen Fronten".

An der Offensive sind Streitkräfte der Peshmerga und der irakischen Armee beteilt. Die Großoffensive wird außerdem von Luftstreitkräften der internationalen Koalition unterstützt. Dem Vernehmen nach sollen auch schiitische Milizen sowie Stammesmilizen und russische Luftstreitkräfte beteiligt sein.

Menschenverachtende Sklaven-Ideologie der Islamisten - Führende Islamgelehrte widersprechen

In der menschenverachtenden Ideologie des sogenannten "Islamischen Staates" werden Angehörige der Religionsgemeinschaft der Jesiden als "minderwertige" Menschen eingestuft. Da diese keiner der drei sogenannten Buchreligionen - Christentum, Judentum, Islam - angehören, seien sie, so die "IS"-Ideologie,  - wie schon im Mittelalter - als rechtlose Sklaven zu betrachten.

Die menschenverachtende Sklaven-Ideologie der islamistischen Terror-Organisation "IS"  wurde bereits im Herbst 2014 von weltweit über 100 führenden Islam-Gelehrten in einem offenen Brief an Terror-Chef Al Baghdady massiv zurückgewiesen: Die Sklaverei im Islam sei durch eine generelle Übereinkunft aller Islam-Gelehrten schon vor langer Zeit  endgültig abgeschafft worden.

Als nächstes Mossul und Ramadi

Dem Vernehmen nach ist nach dem erfolgreichen Abschluss der Shingar-Offensive die Rückeroberung von Ramadi geplant. Die notwendigen Streitkräfte und die notwendige Ausrüstung sei bereits zusammengezogen. Ein gemeinsames Kommandozentrum von Irakischer Armee, Peshmerga und der internationalen Koalition sei bereits eingerichtet. Ebenso seien die Vorbereitungen zur Rückeroberung der irakischen Millionenstadt Mossul am Anlaufen.

Über die Beteiligung der Peshmerga-Streitkräfte an der Rückeroberung von Mossul ist indes eine interne Diskussion entbrannt: Gegner einer Peshmerga-Beteiligung argumentieren, es handele sich bei Mossul nicht um originär kurdisches Gebiet, und die Peshmerga solle dort keine Soldatenleben riskieren. Befürworter einer Peshmerga-Beteiligung argumentieren, man müsse den sogenannten "Islamischen Staat" an den Wurzeln ausrotten. Da Mossul ein Kernzentrum des islamistischen Terrorismus sei, und zudem von erheblicher strategischer Bedeutung sei, müsse sich die Peshmerga mit aller Kraft an der Rückeroberung Mossuls beteiligen.

Wo ist der Terror-Chef?

Gestern hatte das irakische Nachrichtenportal IrakiNews gemeldet, dass Terror-Chef Al Baghday, die syrische Grenze Richtung wieder in Richtung Mossul überschritten habe. Vor wenigen Wochen war gemeldet worden, dass Al Baghdady bei einem Luft-Angriff auf einen Terroristen-Konvoi verletzt und mit unbekanntem Ziel weggebracht worden sei.


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