BWeins - Am Puls des Landes

Am Puls des Landes

Landtag in Stuttgart Plenarsitzung im Landtag Neues Schloss in Stuttgart Schlossplatz in Stuttgart

>> BWeins-Sendung in der Mediathek

Reutlingen

Foto: RTF.1
TALK - mehr als nur Hip Hop

Sich seiner eigenen Fähigkeiten bewusst werden und seine Potentiale entwickeln - das und Vieles mehr bietet das Reutlinger Tanz- und Rap-Projekt TALK. Dieses Projekt beschäftigt sich neben den eigentlichen Workshops mit dem Thema Diskriminierung und Empowerment. Seit Oktober 2013 gibt es TALK schon und es entwickelt sich hervorragend. Dennoch: das Projekt würde sich über mehr finanzielle Unterstützung freuen.

„Give me respect" hallt es aus den Lautsprechern im Reutlinger Kulturzentrum franz K. Hier nämlich dürfen die Coaches und Projektleiter von TALK ihre Workshops abhalten. Und hier geht es nicht nur ums Tanzen und Rappen, sondern um Respekt und Akzeptanz.

Warum sich gerade Hip Hop - Tanz und Rap für ein Jugendantidiskriminierungsprojekt eignen, erklärt uns Rapcoach Kaspar Ruegenberg aka Kabu. Er erzählt, das der Hip Hop in den Schwarzen-Ghettos in der Bronx entstanden ist – also in einem Umfeld in dem Diskriminierung eine große Rolle spielte. Durch die Rap-Texte konnten sich die Hip Hopper auf die Missstände hinweisen.

Also nicht verwunderlich, dass der Hip Hop auch heute noch dazu dient, um sich Gehör zu verschaffen. Und das eben durch Rap-Texte, aber auch Tanz.

Gerade in der heutigen Zeit, auch besonders hier in Deutschland, sei es wichtig, den Jugendlichen einen Raum zu geben, wo sie sein können wie sie sind, so Projektleiterin Maria Kechaja.

„Was auch so besonders bei TALK ist, dass es gerade zu so Zeiten, wo es politisch schwierig ist, wo Rechtsradikale im Parlament sitzen oder Seehofer Abschiebungen wie Geburtstagsgeschenke feiert, dass wir da einen Punkt setzen. Hier geht es um Respekt, hier geht es um Gleichheit und Gerechtigkeit und Menschlichkeit" erklärt uns die Projektleiterin.

Die jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer beider Workshops haben verschiedene Ethnien und zum Teil auch Behinderungen. In den barrierefreien Räumen des franz K. Ist jeder willkommen an den kostenlosen Workshops teilzunehmen.

„Also es ist offen für alle, aber es sind sehr viele Jugendliche, die selbst Diskriminierungserfahrungen machen. Und es ist auch wichtig, dass sie über diese Erfahrungen sprechen und künstlerisch erarbeiten können und ein Stück weit auch verarbeiten können. Sei es durch Rap-Texte, sei es durch ihren Körper und den Ausdruck im Tanz" so Maria Kechaja.

So auch der 19-Jährige Shamsullah Rahimi. Er ist vor zwei Jahre als Flüchtling aus Afghanistan nach Deutschland gekommen. Mit Hilfe von Coach Kabu schreibt er eigene Texte, in denen er seine persönliche Geschichte verarbeitet. Denn sein Asylantrag wurde abgelehnt.

Er versucht in seinen Texten über das Abschiebungsverfahren zu berichten und über die Situation in seinem Heimatland. Laut den deutschen Politikern wäre Afghanistan ein sicheres Land, das sieht Shamsullah nicht so. Er berichtet von Krieg und Gewalt.

Vor dem eigentlichen Workshop, der jeden Mittwoch für jeweils zwei Stunden statt findet, wird ein sogenanntes „Point Spitting" abgehalten, also eine Gesprächsrunde, in der die Jugendlichen über das sprechen können, was sie gerade bewegt. Das schätzt auch die leidenschaftliche Tänzerin Marina Stavre sehr. Sie berichtet, dass es im Alltag oft nicht die Zeit gebe, sich in solch einer Form auszutauschen. Natürlich würde sie alle das Tanzen verbinden, aber TALK sei viel mehr: hier könne jeder so sein wie er ist, egal wie er aussieht oder wo er herkommt, erzählt Marina.

Trotzdem: auch wenn das Projekt gut ankommt und bereits auch andere Projekte inspiriert, steht es um die Finanzierung schlecht. Noch kann sich TALK durch Projektförderungen und Spenden über Wasser halten – dennoch würden sie sich eine Regelfinanzierung durch die Stadt wünschen. Daher haben sie auch bereits den dritten Antrag eingereicht.

Am Samstag dürfen die Jugendlichen dann ihr Können auf der großen Hauptshow auf der Bühne des franz K. unter Beweis stellen. Einlass ist um 16:30, der Eintritt ist kostenlos.


Nachrichten aus Bundesland und Landeshauptstadt

Foto: pixabay.com
Land fördert klimafreundliche Busse Das Ministerium für Verkehr hat die neue Busförderrichtlinie für 2019 veröffentlicht. Insgesamt stehen dazu 15 Millionen Euro zur Verfügung.
Foto: RTF.1
Verabschiedung - Professor am Seminar für Didaktik und Lehrerbildung geht in den Ruhestand Am Freitag wurde der Direktor des Staatlichen Seminars für Didaktik und Lehrerbildung Tübingen, Lothar Bösing, offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Über 200 Gäste aus der Politik, dem Kultusministerium Baden-Württemberg, der Uni Tübingen, der Schulverwaltung und nicht zuletzt dem Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Tübingen, gaben dem scheidenden Direktor, Prof. Lothar Bösing die Verabschiedungs-Ehre und zogen vielfältig Bilanz über 23 Jahre Schul- und Bildungspolitik an der Nahtstelle zwischen Studium und Ausbildung des gymnasialen Lehrernachwuchses.
Foto: RTF.1
Pascal Kober im Bürgergespräch Im Moment gibt es viele schwierige Themen und Debatten in der Politik. Viele Bürger würden sich da einmal wünschen, dass ihnen die Politiker Rede und Antwort stehen würden und sie auch ihre eigenen Belange und Ansichten einmal anbringen können.

Werbung:

Weitere Meldungen