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Reutlingen

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Verdacht auf Scheinselbstständigkeit bei SOLCOM

Vergangenen Mittwoch durchsuchten rund 40 Mitarbeiter des Hauptzollamts die Geschäftsräume des Reutlinger Technologiedienstleisters SOLCOM. Anlass war eine Anzeige, die vermuten lässt, dass viele Freiberufler als Scheinselbstständige beschäftigt worden seien. Würde diese Vermutung zutreffen, hätte das ernste und kostspielige Konsequenzen für das Unternehmen.

Die Zollkontrolle kam überraschend – sowohl für die Mitarbeiter vor Ort als auch für die Geschäftsführung. Der Zoll wurde aktiv, da der ehemalige Vertriebsleiter Ansgar Nagel Anzeige erstattet hatte.

SOLCOM Geschäftsführer Oliver Koch kann sich den Vorwurf, auf Fälle von Scheinselbstständig in seinem Unternehmen, nicht erklären. Das Unternehmen hätte aber mit den Behörden gut kooperiert und er gehe davon aus, dass sich alles bald aufklären würde.

Scheinselbstständigkeit liegt dann vor, wenn Freiberufler zwar selbstständige Dienst- oder Werksleistungen für ein Unternehmen erbringen, tatsächlich aber eher dauerhaft für ein Unternehmen tätig sind. Dann müsste das Unternehmen auch Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer zahlen und wäre zum Teil auch in der Rentenversicherungspflicht. Wann eine solche Scheinselbstständigkeit vorliegt, ist daher nicht immer ganz einfach zu beurteilen.

Für Aufklärung wollte der Vorstand des Unternehmens bei der heute einberufenen Pressekonferenz sorgen. Wir durften während des Pressegesprächs leider nicht filmen, können aber bestätigen, dass die Geschäftsführer, inklusive dem ehemaligen Geschäftsführer und Gründer des Unternehmens, Thomas Müller, für Fragen zur Verfügung standen. Dass sie mit circa 900 freien Mitarbeitern zusammen arbeiten würden, sei Teil des Geschäftsmodells. Über den Ausgang der Zollkontrolle machen sie sich keine Sorgen.

„Da wir uns seit Jahren mit dem Thema rund um Scheinselbstständigkeit ganz intensiv auseinandersetzen gehen wir davon aus und sind uns auch sehr sicher, dass die Ermittlungen da eingestellt werden...Also wir haben ein sehr umfangreiches Compliance-Management-System, das eben sicherstellen soll, dass uns da nichts durchrutscht und das haben wir auch mehrfach extern, durch verschiedene Kanzleien überprüfen und vor allem auch vom TÜV Rheinland-Pfalz zertifizieren lassen" so Koch.

Mit dem ehemaligen Mitarbeiter Ansgar Nagel, der mit einem Anteil von 2,5 Prozent auch Mitgesellschafter ist, steht die SOLCOM GmbH bereits wegen anderen Vorwürfen vor Gericht. Wie es mit dem IT- und Engineering Spezialisten weiter geht, wird sich zeigen. Wir bleiben für Sie dran.


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