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Reutlingen/Tübingen

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IG Metall reagiert auf Siemens-Ausgliederungspläne

Der Technikkonzern Siemens plant die Ausgliederung des Werks am Standort Tübingen-Kilchberg. Davon betroffen wären alle Abteilungen, die mit dem Bau von Motoren beschäftigt sind, was einen Großteil des Standorts ausmacht. In allen betroffenen Bereichen hatte die Nachricht Erschütterung ausgelöst.

Seit gut zwei Wochen ist sie nun bekannt, die geplante Ausgliederung des Siemens-Standorts in Tübingen-Kilchberg. Darauf hat der Betriebsrat nun reagiert und sich mit der IG Metall zu einer Betriebsversammlung getroffen.

Bei der Gewerkschaft stieß diese Nachricht auf wenig Gegenliebe. Problematisch sei vor allem, dass der Vertrag zur Beschäftigungssicherung erst kürzlich ausgelaufen war. "Ich war im ersten Moment richtig entsetzt, weil wir fünf Jahre lang versucht haben den Standort nach vorne zu bringen. Dabei wurde der Belegschaft immer zugesichert, dass man auf einem guten Weg sei" berichtet die 1. Bevollmächtigte der IG Metall Reutlingen-Tübingen, Tanja Silvana Nitschke.

Alle Bereiche, die mit dem Bau von Motoren beschäftigt sind, wären von der Ausgliederung betroffen. Am Tübinger Standort werden hauptsächlich Getriebemotoren produziert, die anschließend weltweit genutzt werden. Auch die Zahl der Mitarbeiter ist nicht unerheblich.

Mit Ingenieuren, Hilfskräften, einer Montage- und Fertigungsabteilung sowie einer Ausbildungswerkstatt beschäftige man derzeit etwa 350 Personen, so der Betriebsratsvorsitzende Athanasios Koutloubasis.

Schließung eben erst abgewendet

Erst vor 5 Jahren konnte die Entlassung von mehreren Hundert Mitarbeitern abgewendet werden. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Standort bereits kurz vor der Schließung gestanden und sich erst kürzlich von dieser Krise erholt. Bei der Belegschaft im Werk sei die Nachricht daher ein großer Schock gewesen.

"Die Menschen sind enttäuscht, das ist wie ein Schlag ins Gesicht. Als wir davon erfahren haben mussten wir die Leute erst einmal wieder einfangen und beruhigen. Da haben sich Szenen abgespielt, die nicht schön waren" berichtet Koutloubasis.

Nun sei es wichtig, die Zukunft der dort Beschäftigten zu sichern, die wegen der Ausgliederungspläne, aber vor allem durch die ausgelaufene vertragliche Sicherung gefährdet ist.

Die Planung des weiteren Vorgehens sei kompliziert, da eine Ausgliederung an sich nicht unbedingt das Problem sei. Für die IG Metall gestaltet es sich daher als schwierig, bereits jetzt konkrete Forderungen stellen zu können.

"Ich weiß, dass der Vorstand alles, was mit Motoren in Verbindung steht, auszugliedern. Mir fehlt allerdings noch ein klares Konzept, wie das ablaufen soll. Bevor ich nicht weiß, wie man sich den Ablauf genau vorstellt, weiß ich nicht wie es weiter gehen soll" so Nitschke.

Das Wichtigste sei jetzt, dass die Arbeitsplätze der Beschäftigten durch einen Tarifvertrag abgesichert seien. Anschließend sollen die Verhandlungen starten.



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