BWeins - Am Puls des Landes

Am Puls des Landes

Landtag in Stuttgart Plenarsitzung im Landtag Neues Schloss in Stuttgart Schlossplatz in Stuttgart

>> BWeins-Sendung in der Mediathek

Israel

Foto: Pixabay.com
Öko-Terrorismus Ursache der Ölpest? - Umweltkatastrophe: Israels Umweltministerin beschuldigt Iran

Am 17. Februar 2020 trieben große Mengen Rohöl an Israels Mittelmeerküste an. Und verursachten die mit Abstand größte Umweltkatastrophe in der Geschichte des Landes: Ölklumpen an den Stränden, sterbende Seevögel, tote Schildkröten. Jetzt beschuldigt Israels Umweltminister den Iran des Öko-Terrors: Ein aus dem Iran kommender Tanker habe das Öl im Vorbeifahren fast einen Tag lang gezielt ins Meer abgelassen. Und so die Ölpest verursacht.

Am 17. Februar 2020 trieben große Mengen Rohöl an Israels Mittelmeerküste an. Und verursachten die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte des Landes: Ölklumpen an den Stränden. Sterbende Seevögel und Schildkröten.

Das israelische Umweltministerium schreibt jetzt in einer Pressemitteilung, dass israelische Untersuchungsbehörden den Tanker "Emerald" als Verursacher der Ölpest identifizieren konnten. Das habe das israelische Umweltministerium in einer 14-tägigen Untersuchung festgestellt.

Eine Auswertung von europäischen Satellitenbildern habe dabei ergeben, dass das Öl in den Tagen zuvor unter der Meeresoberfläche auf die Küste zugetrieben war und seit dem 5. Februar auf den Satellitenbildern zu erkennen war. 

Im fraglichen Seegebiet hatten sich in dieser Zeit 35 Öltanker aufgehalten. Die Analysen ergaben dem Ministerium zufolge, dass es sich bei dem angetriebenen Öl um Rohöl handelte. Damit kamen nur vier der Tanker als Verursacher in Frage. Zwei davon waren zum fraglichen Zeitpunkt zu weit entfernt. Einer der Tanker wurden im Rahmen einer internationalen Ermittlungs-Kooperation in Spanien durchsucht - und schied aus. Übrig blieb der unter libyscher Flagge fahrende Tanker "Esmerald".

Israels Umweltschutzministerin Gamliel zufolge passierte der Tanker auf dem Weg vom Iran nach Syrien die israelische Wirtschaftszone im Mittelmeer - und schaltete in dieser Zeit sein automatisches Identifikationssystem aus. Das Schiff habe sich fast einen Tag lang einige dutzend Kilometer vor der israelischen Küste aufgehalten und habe dabei große Mengen an Rohöl ins Meer abgelassen.

Gamliel beschuldigt Iran, das Öl gezielt vor Israels Küste abgelassen zu haben. Dies sei "Öko-Terrorismus". Nach Informationen der Jerusalem Post teile das Verteidigungsministerium die Einschätzung des Umweltministeriums allerdings nicht.

In einer Pressemitteilung spricht das Israelische Umweltministerium allerdings Klartext  [Übersetzung durch die Redaktion]:

"Ministerin Gila Gamliel: Öltanker, der israelische Strände verseucht hat, ist ein Schiff in libyschem Besitz, das auf dem Weg nach Syrien war", heißt es in der Überschrift.

 "Wir haben den Rohöltanker identifiziert, der die israelischen Strände verschmutzt hat. Es handelt sich um ein Schiff in libyschem Besitz, das Fracht aus dem Iran nach Syrien transportierte.", wird die Umweltschutzministerin zitiert:  "Wir werden mit dem Umweltverbrecher abrechnen, der die Küsten unseres Landes verschmutzt hat, und wir werden im Namen aller israelischen Bürger Entschädigung für diesen Schaden an unserer Gesundheit, der Natur, den Meerestieren und der Landschaft fordern."     

Bei den Teerklumpen am Gador Strand handele es sich um Umweltterror: "Nach einer intensiven zweiwöchigen Untersuchung hat das Ministerium für Umweltschutz den Öltanker identifiziert, der für einen Ölunfall verantwortlich war, der Israels Strände mit Teer verschmutzt hat. Die Untersuchung wurde von der Abteilung für Meeresumweltschutz des Ministeriums geleitet und mit Hilfe von Partnern aus Israel und internationalen Organisationen durchgeführt."

Der Übeltäter sei, schreibt das Ministerium, der in libyschem Besitz befindliche Tanker Emerald. Das Untersuchungsteam habe folgende Informationen über den Tanker zusammengetragen:

"Die Emerald ist alt, etwa 19 Jahre alt, und kann daher nicht in europäischen oder US-Häfen empfangen werden. Sie war mit 112.000 Tonnen Rohöl beladen. Der Ölunfall ereignete sich zwischen dem 1. und 2. Februar, innerhalb von Dutzenden von Kilometern vor der israelischen Küste, in Israels Wirtschaftsgewässern." Umweltschutzministeri Gila Gamliel  zufolge "handelt sich um einen Rohöltanker namens Emerald, der einer libyschen Firma gehört und von ihr betrieben wird. Er transportierte illegal Fracht vom Iran nach Syrien. Das Schiff fuhr unter der Flagge Panamas."

Gamliel sagte weiter: "Der Iran übt Terrorismus aus, indem er nicht nur versucht, sich mit Atomwaffen zu bewaffnen oder eine Basis in der Nähe unserer Grenzen zu errichten. Der Iran betreibt Terrorismus, indem er die Umwelt schädigt. Unser Kampf für die Natur und die Tiere muss ein grenzüberschreitender sein."

Gemeinsam werde man die Verantwortlichen für den Umweltterrorismus vor Gericht bringen, "diejenigen, die dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben."  Weiter heißt es: "Wir werden weiterhin die beschädigten Strände und die geschädigten Tiere rehabilitieren. Gemeinsam werden wir gewinnen und die Verschmutzung von den Küsten unseres Landes entfernen."

Das Untersuchungsteam wurde der Pressemitteilung zufolge geleitet von "der Direktorin der Abteilung für Meeresumweltschutz des Ministeriums, Rani Amir; dem Leiter des Sonderermittlungsteams, Rami Peleg; dem Chefermittler, Nir Levinsky; dem Anwalt Yoni Shamir von der Grünen Polizei des Ministeriums; und Maayan Haim und Yoav Ratner von der Abteilung für Meeresumweltschutz. Unterstützt wurden sie von Israel Oceanographic and Limnological Research und Windward, einer israelischen Firma. Sie erhielten Daten von ausländischen Behörden wie der U.S. National Oceanic and Atmospheric Administration und der European Maritime Safety Agency."

Das Umweltministerium weist darauf hin, dass vor dem 17. Februar 2021 keine Quelle vorherige Informationen "über einen verdächtigen Fleck im Mittelmeer" gehabt habe, der zu dem Verschmutzungsvorfall führte.

Das Öl sei erst erst entdeckt worden, als am 17. Februar Teerklumpen an israelischen Stränden angeschwemmt wurden: "Daher waren alle Analysen des Ereignisses retrospektiv, unter Verwendung der Verfolgung von Schiffsdaten und Satellitenbildern."

Weiter heißt es: "Europäische Satelliten dokumentierten nachträglich einen Ölfleck am 5. Februar, Dutzende von Kilometern vor der Küste Israels, der mit dem fraglichen Tanker in Verbindung gebracht werden könnte. Dies könnte eine frühe Inkarnation des Ölflecks sein, der am 11. Februar etwa 50 Kilometer vor der israelischen Küste entdeckt wurde. Experten sagen, dass die Modellierung zeigt, dass der Teer, der an Israels Stränden gelandet ist, von der Stelle dieses Flecks stammt."

Labortests der Proben, die vom MoEP unmittelbar nach dem Vorfall sowie in den folgenden Tagen genommen wurden, hätten ergeben, dass es sich um Rohöl handelte:

"So wurde die Liste der potentiellen Verdächtigen von etwa 35 Schiffen auf vier Tanker reduziert: Zwei wurden letztlich aufgrund ihres Aufenthaltsortes in den Tagen vor dem Vorfall ausgeschlossen. Ein weiterer Tanker wurde in Spanien (durch ein lokales Team) und in Griechenland (durch das israelische Untersuchungsteam) untersucht und konnte als Quelle der Kontamination ausgeschlossen werden. Bei dem vierten Tanker, der sich jetzt im Iran befindet, handelt es sich um die Smaragd, die für den Vorfall verantwortlich gemacht wird."

Analysen von Satellitenbildern und Modellen, die von Forschern des MoEP, IOLR und Windward durchgeführt wurden, zeigen dem israelischen Umweltministerium zufolge, dass das Schiff Rohöl aus dem Iran nach Syrien geschmuggelt habe:

"Der Tanker war "dunkel", als er die iranische Region verließ, was bedeutet, dass sein AIS (automatisches Identifikationssystem) ausgeschaltet war. Bevor er den Suezkanal erreichte, wurde das Gerät des Tankers eingeschaltet, und er durchquerte den Kanal auf ägyptischem Gebiet. Dann wurde es wieder dunkel, bevor es in die israelischen Wirtschaftsgewässer einfuhr."

Weiter heißt es: "Zwischen dem 1. und 2. Februar verunreinigte das Schiff Israels Wirtschaftsgewässer, während es in Fahrt war und seine Ausrüstung ausgeschaltet war. Als es syrisches Territorium erreichte, schaltete es seine Geräte wieder ein. Zwischen dem 3. und 14. Februar entlud der Tanker das gesamte Rohöl, das er geladen hatte, auf andere Schiffe"

Während dieses Zeitraums entdeckten Satelliten der Pressemitteilung zufolge "zwei weitere Flecken zwischen Zypern und Syrien, in dem Gebiet, das das Schiff befahren hatte. Das Schiff kehrte wieder in den Iran zurück, wieder im Dunkeln", als es in Israels Wirtschaftsgewässer einfuhr; es blieb so, bis es einen Hafen im Iran erreichte, wo es derzeit vor Anker liegt."

Das Ministerium für Umweltschutz werde sich zusammen mit der Schifffahrts- und Hafenbehörde mit den Versicherern der Emerald in Verbindung setzen und alles Notwendige tun, um sicherzustellen, dass der Staat Israel eine Entschädigung aus dem Internationalen Ölverschmutzungs-Entschädigungsfonds erhält, heißt es weiter.

An der Lokalisierung der Quelle für die Ölpest war auch die Firma Windward beteiligt. Ami Daniel, CEO und Gründer des Unternehmens sagte: "Als israelisches Unternehmen, das die Bedeutung des Meeres versteht, haben wir uns vom ersten Moment an mobilisiert, um das Ministerium für Umweltschutz bei der Lokalisierung der Quelle der Katastrophe zu unterstützen."  Windward habe sein System freiwillig und unentgeltlich für den Einsatz zur Verfügung gestellt. Das Windward-System und seine Forscher lieferten nach Angaben des Unternehmens  "hochwertige, auf künstlicher Intelligenz basierende Informationen, mit denen das Ereignis analysiert werden konnte."

Quelle: PM Israelisches Umweltministerium / Jerusalem Post

Erstveröffentlichung: 03.03.2021-22:40

(Zuletzt geändert: Freitag, 05.03.21 - 00:02 Uhr   -   1261 mal angesehen)

Nachrichten aus Bundesland und Landeshauptstadt

Foto: Uni Tü
Feierliche Übergabe - Neues Institut für Biochemie auf der Morgenstelle Die Uni Tübingen hat ein neues Forschungsgebäude für das Interfakultäre Institut für Biochemie bekommen.
Foto: Bild von Florian Pircher auf Pixabay
Land unterstützt Quartiersentwicklung Baden-Württemberg unterstützt mit rund 1,8 Millionen Euro die Quartiersentwicklung im Land.
Foto: RTF.1
Fahnen auf Halbmast - Nationaler Gedenktag für Corona-Tote Mit bundesweiten Gendenkfeiern wurde am heutigen Sonntag dem 18. April der über 75.000 Menschen gedacht, die in Deutschland im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sind. Auch die Stadt Bad Urach hat eine virtuelle Gedenkfeier abgehalten.

Werbung:

Weitere Meldungen