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Reutlingen

Foto: RTF.1
Spontane Bewerberin - Nominierungsveranstaltung der Grünen

Am Donnerstagabend trafen sich die grünen Parteimitglieder des Kreisverbands Reutlingen, um ihre Kandidatin für die kommende Bundestagswahl zu wählen. Für das Amt beworben hatte sich die bereits amtierende Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises, Beate Müller-Gemmeke. Doch es gab auch eine Spontan-Bewerbung.

Im kommenden Jahr wird nicht nur ein neuer Landtag, sondern auch ein neuer Bundestag gewählt. Die Aufstellungsversammlung für den Bundestagswahlkreis Reutlingen der Grünen fand am Donnerstagabend in der HAP-Grieshaber-Halle in Eningen statt.

Bis zum Abend lag nur die Bewerbung der amtierenden Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke vor. In der Sitzung selbst warf dann aber überraschend auch die 36-jährige Alexandra Alth aus Gomadingen ihren Hut in den Ring. Die IT-Architektin und Gomadinger Gemeinderätin kandidierte bereits im Juli für den Wahlkreis Münsingen-Hechingen für die kommende Landtagswahl. Hier verlor sie knapp gegen Cindy Holmberg aus Reutlingen, die mit 38 zu 35 Stimmen das Rennen machte.

Auch an diesem Abend musste sie sich am Ende mit dem zweiten Platz begnügen – denn die amtierende Bundestagsabgeordnete Müller-Gemmeke entschied mit 65 zu 35 Stimmen das Rennen. Dass sie dieses Ergebnis erzielen würde, war für Müller-Gemmeke nicht unbedingt klar.

„Es waren viele neue Mitglieder heute hier und wenn man neue Mitglieder hat, weiß man natürlich nicht, wo stehen die, wen wählen die. Von daher hatte ich kein Gefühl, sag ich mal, umso mehr freut es mich, dass ich jetzt so ein klares Ergebnis habe", erklärt Müller-Gemmeke im Interview.

Alexandra Alth stand uns leider nicht für ein Interview zu Verfügung. Sie hatte den Saal nach der Entscheidung schnell verlassen. Wir fragen die Bundestagsabgeordnete, was sie von der Spontan-Bewerbung von Alth denkt.

„Es hat mich ein bisschen gewundert, weil sie ja gerade Zweitkandidatin beim Landtagswahlkreis auf der Alb ist, aber man hat ja gemerkt - ich habe hier, glaube ich, einen guten Rückhalt in Reutlingen. Von daher war es am Schluss kein Problem", so Müller-Gemmeke.

Der Landtagsabgeordnete des Wahlkreises Reutlingen, Thomas Poreski, der übrigens im Juli mit 100% der Stimmen für die kommende Landtagswahl nominiert wurde, freut sich über den Sieg von Müller-Gemmeke.

„Beate Müller-Gemmeke hat dadurch, dass sie einen besonders guten Draht zu den Gewerkschaften hat und auch fachlich da sehr fundiert ist, eben was, was andere Grüne nicht so mitbringen. [...] Deswegen war es aus meiner Sicht, auch vor dem Hintergrund der Erfahrung und dass sie das auch wirklich in die Regierung mit einbringen möchte, auf jeden Fall eine gute Entscheidung", erklärt Poreski.

Erneut beworben um das Amt habe sich Müller-Gemmeke, weil sie noch lange nicht mit der Arbeit im Bundestag fertig sei, erklärt sie.

„Ich habe so viele Themen in meiner Schublade in meinem Büro liegen, die ich einfach bearbeiten will, wo ich was verändern will. Ich habe so viele Erfahrungen, ich habe jetzt so viel Wissen und ich will jetzt einfach regieren. Das war so der Antrieb zu sagen - ich will jetzt doch noch mal kandidieren. Weil ich möchte wirklich eine Regierung mit grüner Beteiligung", so Müller-Gemmeke.

Müller-Gemmeke, die auch als Sprecherin für Arbeitnehmerrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik in der Bundestagsfraktion ist, sei auch wichtig, dass die ökologische Transformation sozial ausgestaltet wird. Auch die Themen Digitalisierung und Niedriglöhne würden sie weiter beschäftigen – es gibt also eine Menge zu tun. Sie freue sich jedenfalls auf den anstehenden Wahlkampf, betont sie abschließend.

(Zuletzt geändert: Freitag, 25.09.20 - 15:24 Uhr   -   786 mal angesehen)

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