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Heidengraben

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Reise in die Vergangenheit - Startschuss für "Keltenerlebnispfad" ist gefallen

Schon im Mittelalter dienten die Wälle des Heidengrabens den Menschen zur Orientierung - was es damit auf sich hatte, wussten sie freilich noch nicht. Erst Ende des 19. Jahrhunderts stand fest: Es handelt sich um Befestigungsanlagen aus vorrömischer Zeit. Mittlerweile ist man noch etwas weiter: Die Anlagen dienten dem Schutz einer keltischen Siedlung, eines "Oppidums" - des größten, bislang bekannten seiner Art auf dem europäischen Kontinent. Und das soll jetzt aus seinem Jahrtausende andauernden Dornröschenschlaf geweckt werden und den Menschen heute die Vergangenheit etwas näher bringen - mit Hilfe eines "Keltenerlebnispfads". Der Startschuss dafür ist jetzt gefallen.

Der Heidengraben zwischen den Gemeinden Grabenstetten, Erkenbrechtsweiler und Hülben. Wer ihn sieht, mag seine große geschichtliche Bedeutung zunächst wohl kaum zu erfassen. Und noch weniger vermag er sich wahrscheinlich beim Anblick der Wall- und Hügelanlagen einen Eindruck vom Leben der Menschen in vorchristlicher Zeit zu machen. Roman Weiß, der Bürgermeister von Erkenbrechtsweiler erklärte, dass der Erlebnispfad die Aufgabe habe den Besuchern das Leben in vorchristliche Zeiten näher zu bringen. 

Funktionieren soll das mittels neuester Technik über eine Handy-App, die den Besucher auf dem rund fünf einhalb Kilometer langen Pfad virtuell in die Zeit der Kelten mitnimmt.So können die Kelten an insgesamt neun Stationen ihr angestammtes Gebiet wieder besiedeln und einen "echten" Einblick in ihr Leben, Wirken und Handeln geben.

Aber auch wer ohne Smartphone oder Tablet unterwegs ist, kann seine Vorfahren – wenn auch nicht "lebendig", so doch dank eines gedruckten Leitfadens – näher kennenlernen.

Reutlinger Landrat Thomas berichtetete im Interview, dass die Vorplanung für den digitalen Keltenpfad in vollem Gange seien. Was ihn besonders freue, sei,  dass der Keltenerlebnispfad auch für Menschen mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Rollator erfahrbar sei. 

Das lassen sich die drei Anliegergemeinden auch einiges kosten. Insgesamt etwas über 400.000 Euro sind für den Kelten-Erlebnis-Pfad eingeplant. Ein Großteil davon, nämlich 242.000 Euro, kommt aber aus EU- und Landesmitteln. Schließlich ist das Oppidum Heidengraben ein fester Bestandteil des jüngst von der Landesregierung beschlossenen, landesweiten Keltenkonzepts. 


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