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Reutlingen

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Individuelle Begleitung - Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst Reutlingen

Wenn das eigene Kind schwer krank, behindert oder sogar lebensverkürzend erkrankt ist, gehört das sicherlich zu den schlimmsten Dingen, die einer Familie widerfahren kann. Das komplette Leben wird auf den Kopf gestellt und viele Betroffene wissen nicht, wie sie das alles schaffen sollen, geschweige denn mit der Situation und den damit verbundenen Ängsten umgehen sollen. Was viele dieser Familien nicht wissen - es gibt fast in jeder Stadt zusätzliche Hilfsangebote von Ehrenamtlichen. So wie den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst in Reutlingen.

Mit einem Hospiz verbinden die meisten Menschen einen Ort, an dem man zum Sterben kommt. Nicht so beim ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Reutlingen.

„Es herrscht immer noch das Bild vom Hospizdienst vor, welches sehr an den Erwachsenendienst anlehnt, wo es heißt, wenn die kommen, wird gestorben. Und so ist es bei Weitem nicht. Also wir machen keine Sterbebegleitung, wir machen Lebensbegleitung in einem Leben, wo der Tod gegenwärtig ist" erklärt Dietmar Stooß, einer der Koordinatoren des Kinder- und Jugendhospizdienstes.

Das heißt konkret: der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst in Reutlingen hilft Familien, in dem er Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung stellt, die auf die individuellen Bedürfnisse der Familien eingehen und Entlastung bringen soll. Die Art der Unterstützung ist dabei so individuell, wie die Familien selbst.

„Das kann unterschiedlich sein, es kann darum gehen, die Geschwisterkinder zu begleiten, weil die Eltern einfach nicht soviel Zeit haben, weil sie sich um die erkrankten Kinder kümmern. Es kann sein, dass sie ehrenamtliche Ansprechpartner sind für die Mutter oder auch das Ehrenamtliche die kranken Kindern begleiten" erklärt Koordinatorin Rita Leonard.

So wie bei Aline Rösch. Ihr Sohn Romeo ist vor 15 Jahren bereits im sechsten Monat als extremes Frühchen auf die Welt gekommen. Kurz darauf kam es zu einer Hirnblutung woraufhin die Hälfte seines Gehirns einblutete. Im Laufe der Jahre kamen dann immer mehr Komplikationen und Erkrankungen dazu. Bis heute wurde der Junge bereits 33 Mal operiert. Seine Diagnose ist eineinhalb Seiten lang – Romeo ist mehrfach schwerst behindert.

Von dem ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst wusste die junge Mutter lange nichts. So wie ihr geht es vielen Familien.

„Wir erleben immer wieder Familien, die auf uns zukommen und sagen: Warum haben wir nicht schon früher gewusst, dass es euch gibt? Wir wären schon viel früher gekommen, aber es hat uns niemand gesagt. Wir wussten es nicht" beschreibt Dietmar Stooß.

Mittlerweile hat Aline Rösch nicht nur eine ehrenamtliche Helferin für Romeo, sondern auch für Tochter Mina. Sylvia kommt einmal die Woche und kümmert sich um Aline Röschs Tochter.

„Es ist schön, wenn man Menschen unterstützen kann. Wenn man sieht, dass es eine Bereicherung ist, wenn die Familien entlastet sind. Und es macht auch Spaß mit den Kindern draußen zu sein" erzählt die Ehrenamtliche.

Spaß und einfach eine gute Zeit zusammen verbringen – darum es geht es den Ehrenamtlichen des Kinder- und Jugendhospizdienstes. Für ein paar Stunden alle Sorgen, Ängste und Kummer beiseite schieben und den Moment genießen.

Welche weiteren Angebote der Kinder- und Jugendhospizdienst Reutlingen zur Verfügung stellt und wie so ein Alltag mit einem pflegebedürftigem Kind aussieht, sehen Sie nächsten Sonntag in einer ausführlichen Vor-Ort-Reportage bei uns nach den Nachrichten.


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