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Rottenburg

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Sülchenfunde - Werkstattbesuch beim Landesamt für Denkmalpflege

Die bis 2017 andauernden Ausgrabungen an der Rottenburger Sülchenkirche haben sensationelle Prunkstücke aus vergangenen Zeiten ans Tageslicht befördert. Eine Auswahl der gefundenen Objekte wird seit November 2017 im neu eingerichteten Sülchen-Museum, das eine Zweigstelle des Rottenburger Diözesanmuseums bildet, ausgestellt. In den Werkstätten des Landesamtes für Denkmalpflege in Tübingen, wurde uns nun gezeigt, wie die gefundenen Stücke freigelegt werden und wie detailreich die Auswertung der Artefakte ist.

Bis 2017 wurde auf insgesamt 351 Quadratmetern gegraben. Denn unter der Rottenburger Sülchenkirche lagerte Erstaunliches – neben den drei Vorgängerbauten wurden unter der Kirche auch 300 Gräber inklusive Grabbeigaben gefunden.

Die Funde stammen aus dem frühen Mittelalter und reichen bis ins 18 Jahrhundert. Die Artefakte sind zum Teil sehr gut erhalten. Das liegt zum einen daran, dass die Gräber der Sülchenkirche nicht beraubt wurden und das die Bodenbegebenheiten in der Sülchenkirche Textilien, Leder und Knochen besonders gut erhalten haben.

So wie beispielsweise ein freigelegte alamannische Schwert. Die schön verzierte Lederscheide ist selten, da solches Material nicht oft gut erhalten ist. Nach den Ausgrabungen kommen die Funde zum Landesamt für Denkmalpflege, wo dann weiter gearbeitet wird. Oft kommen sie als Blockbergungen an, die dann erst einmal geröntgt und tomografiert werden. Textilarchäologen und weitere Spezialisten werten dann den Fund aus.

Diese Spezialisten können die Funde dann zum Beispiel zeitlich verordnen. Aber noch weitere Dinge können durch die Artefakte deutlich werden. Zum Beispiel geben sie Aufschluss über die Baugeschichte oder die überregionalen Beziehungen im Mittelalter. Auch Erkenntnisse zur Medizin im 18. Jahrhundert konnten erlangt werden.

Dass die Fundstücke oft verkrustet und irgendwie nicht richtig freigelegt aussehen, hat einen Grund: die Objekte sollen zusammen mit den Spuren ihrer Ausstattung erhalten bleiben und werden daher nicht, wie man es von früher kennt, gänzlich freigelegt.

Im neu eingerichteten Sülchen-Museum, das im November 2017 eröffnet wurde, werden viele der gefundenen Objekte ausgestellt. Dort gibt es auf kleinem Raum viel zu sehen, erklärt uns die Leiterin Dr. Melanie Prange. Neben der Kirche und den Grabfunden sei auch die neue Bischofsgruft mit seiner faszinierenden Architektur ein Highlight, so Prange.

Das Sülchen-Museum ist eine Zweigstelle des Diözesanmuseums und erfreut sich seit der Eröffnung großer Beliebtheit. Kein Wunder das die Leiterin Dr. Melanie Prange bereits am Programm fürs kommende Jahr arbeitet.

Viel zu tun gibt es auch weiterhin für das Landesamt der Denkmalpflege. Denn hier müssen die neuesten gefundenen Artefakte noch weiter restauratorisch und fachmännisch untersucht werden, um anschließend wissenschaftlich ausgewertet werden zu können.


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