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Tübingen

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Der Ursprung der Musik: 40.000 Jahre altes Flötenfragment vorgestellt

Entstanden Kunst, Musik, Schmuck und Religion vor rund 40.000 Jahren in den Höhlen der Schwäbischen Alb? Zumindest die ältesten wissenschaftlich gesicherten Spuren dieser vier Kulturgüter wurden in Höhlen im Lonetal und im Aachtal gefunden. Im Juli haben die Höhlenfundstellen gute Chancen, Weltkulturerbe zu werden, denn dann werden sie der UNESCO vorgeschlagen. Wissenschaftlich untersucht werden die Funde an der Uni Tübingen. Dort, im Schloss Hohentübingen stellte Urgeschichtler Nicholas Conard am Mittwoch einen neuen Fund vor: das Fragment einer Knochenflöte.

So sieht es aus – ein Stück von einem der ältesten Musikinstrumente der Welt, das Nicholas Conard bei einer Pressekonferenz im Schloss Hohentübingen vorgestellt hat. Gefunden wurde die Flöte aus Gänsegeierknochen in der Vogelherdhöhle. Das Besondere am Fragment: Auch Laien erkennen bei genauem Hinsehen, dass es von einer Flöte stammt. Eiszeit-Flöten wie diese wurden bereits nachgebaut, die Nachbauten zum Musizieren verwendet.  "Und das ist vielfältig und interessant", sagt Prof. Nicholas Conard. "Zum Beispiel mit einer Gänsegeierflöte können Sie jedes beliebige Lied spielen, das Sie kennen. Egal ob das Mozart oder Led Zeppelin ist, das können Sie alles mit einer solchen Flöte. Sie können jedes beliebige Lied spielen. "
 
Das hat aber auch einen Nachteil: Denn es lassen sich keine Rückschlüsse daraus schließen, wie die Musik der Eiszeit konkret geklungen hat.  "Natürlich haben wir wenig konkrete Ahnung über die Musiktradition, die vor 40.000 Jahren existierte", sagte Conard. "Wir wissen nur, mit welchen Instrumenten die gespielt haben. Aber diese Instrumente geben sehr viel her. Da an mehreren Fundplätzen unterschiedliche Arten von Flöten entdeckt wurden, können wir davon ausgehen, dass die Musikwelt vielfältig war."
 
Musik war in der Eiszeit ein Teil des Alltags. Denn die Flötenfragmente wie auch die im Jahr 2009 präsentierten Instrumente wurden inmitten von Werkzeugen und Alltagsgegenständen gefunden. Aber wie muss man sich die Menschen der Eiszeit vorstellen? Conard ist davon überzeugt: Sie waren genau so wie wir.  "Die Menschen vor 40.000 Jahren hatten Kunst, Musik, Religion, Schmuck und vieles mehr, und meiner Meinung nach waren die intellektuell vergleichbar wie wir. "
 
Figürliche Kunst, Musik, Schmuck und Religion. Die wissenschaftliche Hypothese, all diese kulturellen Errungenschaften seien auf der Schwäbischen Alb erstanden, konnte bislang niemand widerlegen.
"Ich komme gerade von Südafrika", berichtet Conard. "In Südafrika haben wir wunderbare Schichten genau aus dieser Zeit, aber da finden wir keine Kunstwerke, keine Musikinstrumente. Und es gibt Dutzende, wenn nicht Hunderte wie ich, die weltweit graben. Das Überraschende ist, dass diese Hypothese immer noch im Rennen ist. Wenn Sie fragen: 'Glaube ich, dass wir hier tatsächlich uneingeschränkt den Ursprungsort für Musik, Religion, figürliche Kunst, Musik haben?, halte ich eigentlich für unwahrscheinlich", so Conard. "Niemand anderes hat bislang etwas vergleichbares gefunden, und es bleibt spannend."
 
Jetzt wurde die Flöte gleich in die Vitrine gestellt, wo sie künftig zu sehen sein wird. Allerdings erst ab dem neunzehnten Mai, denn das Museum Schloss Hohentübingen wird derzeit für die Jubiläumsausstellung umgebaut. Nur die Sonderausstellung „Am Anfang war der Waffenläufer“ wird ab Mittwoch-Abend zu sehen sein.


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